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Eine angenehme Begegnung

Autor: Carina | Datum: 22 Januar 2012, 19:44 | Kommentare deaktiviert

 

Neulich lief ich zu Fuß über den "Shortcut" nach Lushoto und traf einen älteren Herrn, der es sich nicht nehmen ließ, mich bis zur Stadt zu begleiten.

Sein Name ist Richard Aloyce und wir unterhielten uns den ganzen Weg über seine Familie, meinen Auffenthalt und über Tansania.

Ich verriet ihm, dass ich Sonntags in der Kirche im Jugendchor singe.

Am nächsten Sonntag kam ein Mann auf mich zu und freute sich riesig mich zu sehen. Ich konnte ihn erst gar nicht einordnen, aber es war Richard. Er war den ganzen weiten Weg von seinem Dorf nach Magamba gelaufen.

Nach der Kirche unterhielten wir uns noch lange und er zeigte mir stolz seine Münzsammlung aus Kolonialzeiten.

Alle Münzen trugen die Prägung: Deutsch-Ost-Afrika

Ich war beeindruckt.

Anschließend gab er mir noch einen Zettel mit handschriftlich geschriebenen Vokabeln auf Kisamba.

Er möchte mir unbedingt die Sprache der Einheimischen beibringen.

Ich habe mir fest vorgenommen ihn bald zu besuchen.

Kwa heri, Carina

 

Mein Geburtstag

Autor: Carina | Datum: 19 Januar 2012, 00:00 | Kommentare deaktiviert

 Um punkt Zwölf hatte ich Oma Bernie und meine Mama auf dem Bildschirm samt Kerzen und Ständchen. (Danke, dass es Skype gibt!!)

Nach der Arbeit wurde ich spontan von Richard (Kanadischer Professor) und Astrid, meiner deutschen Nachbarin zum Essen in die Stadt eingeladen. Ich hatte niemandem von meinem Geburtstag erzählt, es spielt hier einfach keine große Rolle und viele sprechen nicht über ihr Alter, weil es nicht wichtig ist wie viele Falten man im Gesicht hat.

In der Stadt habe ich durch Zufall ein verspätetes Weihnachtspaket von meinem Papa erhalten. Ich musste lange auf den Mitarbeiter der Post einreden, da ich weder Abholkarte, noch Passport dabei hatte. (Letzteres wollte er gar nicht sehen).

Das Paket war gefüllt mit Schokolade und Süßigkeiten!

Abends fiel ich glücklich ins Bett, glücklich, weil so viele liebe Menschen an mich gedacht haben und sogar ein paar Geburtstagsbriefe pünktlich eingetrudelt sind. Vielen Dank für all die lieben Worte! 

Eure Carina

Ps. In der darauf folgenden Chorprobe hatte ich einen Kuchen für alle Mitglieder gebacken. Ich hielt eine kurze Rede und bekam ein Ständchen. Allerdings, fand mein Anliegen keine besonders große Resonanz

 

We are Residents!

Autor: Carina | Datum: 14 Januar 2012, 18:37 | Kommentare deaktiviert

Heute Morgen waren Jonas und ich zum Frühstücken verabredet. Aber es war nicht nur ein Frühstück-nein, wir wollten auf dem Gipfel Magambas unser Frühstück einnehmen und waren für unsere Verhältnisse schon früh unterwegs.

Naja, aus dem Frühstück wurde ein Lunch, weil wir den Weg auf den Gipfel nicht gefunden haben und uns mit Armen, Beinen und Stöckern Meter um Meter durch den Busch gearbeitet haben.

Manchmal sah es so ausweglos aus, wenn alles über unseren Köpfen verwachsen war, aber aufegeben wollten wir nicht. Wir sind nicht einen Meter zurück gegangen. Nach Stunden kreuzten wir den ordentlich angelegten "Weg" kurz bevor wir den Gipfel erreichten. Wir mussten laut lachen und waren froh, es endlich geschafft zu haben.

In 1800m Höhe frühstückten wir wie die Könige, bis wir nach wenigen Minuten Besuch von zwei Einheimischen bekamen. Wir hatten absolut keine Lust uns zu unterhalten und antworteten nur knapp auf ihre Fragen.

Nach einer Weile packte einer der beiden Männer ein Gästebuch aus und reichte es Jonas. "Pass auf, wenn du dich da einträgst, kannst du gleich was bezahlen", witzelte ich. Jonas trug notdürftig unsere Namen und unser Heimatland ein. Und wie ich es schon vermutet hatte, wollten die Männer 20.000 Tansanische Schillinge dafür, dass wir auf dem Berg waren. Wir fragten wofür wir bezahlen sollen: Waldsteuer. Aha. Wir sagten ihnen, dass wir nicht bezahlen würden, wir hatten auch gar nicht so viel Geld dabei und wollten gehen.

Wir wurden dann "abgeführt" zum OFICI ya MSITU, das Büro des Waldes- kein Scherz. Und so liefen wir in der Mitte, vor und hiner uns war einer der Männer. An jedem Feld an dem wir Menschen antrafen wurde von den bösen Weißen berichtet, die nicht bezahlen wollen. Wir liefen über eine Stunde, bis ich die Universität von weitem erkennen konnte. Wir waren schon wieder in Magamba angekommen.

Plötzlich kam ein Pick up angebraust und sein Fahrer wurde uns als Chef vorgestellt. Jonas prasselte auf Kiswahili auf ihn ein, dass es vorher bekannt gemacht werden müsse, wenn man das Grundstück betritt und so weiter. Ich war wirklich beeindruckt über seine Hartnäckigkeit und Beherrschung der Sprache! Schließlich fragte der Chef:

"Seid ihr Residents?" (Ortsansässige)

"Ja."

"Dann könnt ihr gehen."

Wir konnten unser Glück kaum fassen uns durchgesetzt zu haben. Irgendwann ist man es wirklich Leid ständig für irgendwelche fragwürdigen Steuern oder Leistungen zu bezahlen. Obwohl die Beine schwer wie Blei waren, liefen wir leichtfüßig nach Hause.

 

Kwa Heri, Carina

 Ps. Jonas, das war spitze! 

 

Hünchen im Ohr

Autor: Carina | Datum: 13 Januar 2012, 17:11 | Kommentare deaktiviert

Seit über einer Woche habe ich Ohrenschmerzen gehabt und trotz meiner deutschen Heilmittel (Nachts eine Zwiebel auf das Ohr legen) änderte sich nichts an dem Zustand, dass ich auf einem Ohr schlecht hören konnte.

Eines Abends stand mein Freund Hezron vor der Tür und hielt mir ein kleines Fläschchen entgegen.

Erst habe ich mich nicht getraut zu fragen was für eine Flüssigkeit in der Flasche war, aber als es dann im Ohr war, fragte ich ihn schließlich doch:

"Mafuta ya kuku", verkündete er mir.

Hühneröl.

Naja, wenn es denn hilft, dachte ich.

Aber das tat es tatsächlich!

Nach zwei Tagen Hühneröl-Kur konnte ich wieder richtig hören.

Der anhaftende Geruch des Öls war zwar nicht so prickelnd, aber Gesundheit geht vor!

Ich hoffe ihr seid alle wohl auf!

Carina

 

 

Bitten für die Gemeinde aus Magamba

Autor: Carina | Datum: 10 Januar 2012, 19:15 | Kommentare deaktiviert

Es ist Dienstag - Chorprobentag!

Als ich die Kirche erreichte, erklärte man mir, dass Unbekannte das Mischpult und eine Gitarre aus der Kirche gestohlen hatten.

Es hatten sich sehr viele Gemeindemitglieder in der Kirche versammelt und der Pfarrer erzählte von den nächtlichen Geschehnissen. Ich habe beobachtet wie betroffen alle Mitglieder waren, aber auch, wie stark die Gemeinde zusammen gerückt ist.

Wir sangen sehr viele Lieder an diesem Abend und zum Abschluß betete jeder laut oder leise in sich gekehrt für sich selbst. Es wurde unheimlich laut in der Kirche, ich sah Arme wild gestikulieren, Frauen weinen, klagen und ich wurde mit neuen Eindrücken überschüttet. Es reichte von Neugierde bis Angst und das Gefühl, die Kirche verlassen zu wollen. Die Prozedur kam mir unendlich lang vor, da ich nach ein paar Minuten meine Gebete beendet hatte. Der Pfarrer schloss das "Maombi" (Gebete, Bitten) indem er ein Lied anstimmte und die Gemeinde ihm folgte.

Nach der Kollekte versammelten sich alle singend in einem großen Kreis vor der Kirche. Das Schöne war, dass man an jedem einmal vorbei kam um sich die Hand zu geben. Das Zusammengehörigkeitsgefühl war unheimlich groß.

In der Kirche stehen immer noch die geschmückten Weihnachtsbäume und die Gierlanden über dem Altar mit der Aufschrift "Happy New Year".

Eure Carina

 

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