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Ein Rückblick auf Weihnachten

Autor: Carina | Datum: 30 Dezember 2011, 10:11 | Kommentare deaktiviert

 Träumerei am Gabentisch
 
Sonnenschein, durchgehend warme Temperaturen, weder Weihnachtsmusik noch -beleuchtung drangen zu mir durch.
Für mich kaum vorstellbar: Bald ist Weihnachten.
 
In Deutschland fing meine Familie an hektisch Geschenke einzukaufen, Familienabende zu planen und sich Gedanken über das Weihnachtsessen zu machen. Für mich bedeutete das, mein erstes stressfreies Weihnachten ohne meine Familie.
 
Weihnachtspost hatte ich vorsorglich im November verschickt, mit dem Ergebnis, dass ich Rückmeldungen über meine lieben Worte bekam, die ich schon längst wieder vergessen hatte.
 
Meine größte Sorge war, Weihnachten allein zu sein. Dem kam ich zuvor und fragte Siri (Mitarbeiterin der Uni), ob ich am 1. Weihnachtstag zu ihr nach Hause kommen darf. "Hakuna shida" - Kein Problem.
 
Kurz vor Weihnachten starteten Jonas und ich eine Backsession die Vormittags begann und Abends endete.

Zum Glück hatten wir durchgehend Strom, sodass wir die Backöfen nutzen konnten. Hier zu Backen ist etwas anderes als Zuhause, aber es funktioniert. Obwohl wir keine Küchengeräte hatten und auch nicht alle Zutaten vorhanden waren, schmeckten die Plätzchen sehr gut. So mussten wir Eiweiß per Hand mit Milchschäumern zu Eischnee schlagen, feststellen dass die Magarine gesalzen war und sämtliche Zutaten durch mehr oder weniger vergleichbare Lebensmittel ersetzen. Es hat zwar alles länger gedauert, aber am Ende des Tages waren wir sehr zufrieden mit unseren Plätzchen.
 
Das Weihnachten immer näher rückte, merkte ich an den Paketen und der Weihnachtspost, die mich aus Deutschland erreichte. Es war ein schönes Gefühl zu wissen, dass viele Menschen aus der Heimat, trotz der Distanz, an mich dachten .

Aus Deutschland bekam ich sogar einen selbstgebastelten Adventskalender!

Heiligabend verbrachte ich Zuhause mit Astrid (Studentin aus Deutschland) bei einem gemütlichen Kochabend, der Maria Carey Christmas Edition und zahlreichen Kerzen. Die Universität war inzwischen wie ausgestorben, da alle Studenten über Weihnachten zu ihren Familien gefahren sind.
 
An diesem Abend war ich alles andere als allein, über Skype, Handy und per Mail erreichten mich liebe Weihnachtsgrüße. Sogar eine Audiodatei mit einem selbstgesungenen Weihnachtsständchen war dabei-sehr kreativ!!!
 
Momentaufnahme: Skypen an Heiligabend mit meiner Familie
 
 
Meinen ersten Weichnachtstag verbrachte ich morgens in der Kirche. Am Vortag haben wir (hauptsächlich Kinder und ich) gemeinsam die zwei Weihnachtsbäume und die Fenster geschmückt. Als wir fertig waren erinnerte mich die Dekoration eher an eine Geburtstagsparty, aber seht selbst:
 
Der Mzungu (Weiße) aus der zweiten Reihe müsste euch bekannt vorkommen!
 
Den ganzen Nachmittag verbrachte ich bei Siri, ihrem Ehemann Joseph und ihrem gemeinsamen Sohn Alfred. Es war so schön, ich habe mich sehr wohl gefühlt. Siri hatte viele leckere Speisen gekocht und Sodas besorgt. Nach dem Essen überreichten sie mir eine Weihnachtskarte, ich war wirklich gerührt. Ich hatte auch ein paar Geschenke mitgebracht und das Schöne ist, man macht die Menschen mit wirklich kleinen Dingen sehr glücklich. Am späten Nachmittag verabschiedete ich mich und wurde noch von der gesamten Familie ein Stück begleitet. Sie ließen es sich auch nicht nehmen mir Essen für den nächsten Tag mitzugeben und unterwegs noch Früchte für mich zu kaufen. Ich kam mit einer vollen Tasche und ich ging mit einer noch volleren! Joseph und Alfred begleiteten mich sogar bis vor die Haustür.
(Ein Fußweg von einer halben Stunde!)
 
Zuhause angekommen, kurz frisch gemacht und neue Geschenke eingepackt, ging es auch direkt weiter zur nächsten Familie. Der Pfarrer Ferhando und seine Frau hatten mich zu sich nach Hause eingeladen. Die Freude über mein Erscheinen, löste ein heimisches Gefühl bei mir aus. Ich nahm Platz in einer gemütlichen Runde von Erwachsenen und Kindern. Zu meinem Erstaunen wurde eine tanzanische DVD à la "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" eingeworfen. Es war ein amüsanter Abend und auch hier wurde ich bis zur Uni von der Familie begleitet.
 
Die Gastfreundschaftlichkeit tansanischer Familien hat mir zu denken gegeben, im positiven Sinn.
 
Am zweiten Weihnachtstag nahm Jonas mich mit zum UNO spielen in eine tanzanische Familie, die in Irente wohnt. Ich habe haushoch mit 956 Punkten verloren und war auch noch das einzige Mädel in der Runde. 
 
Rückblickend kann ich sagen, dass ich zu keinem Zeitpunkt alleine war. Die Weihnachtsstimmung stellte sich eher müßig ein, aber es war noch nie so stressfrei, wie in diesem Jahr. Manchmal ist es auch schön, die Dinge aus der Ferne in der Heimat zu beobachten und sich nicht so viele Gedanken machen zu müssen. Ich habe meine Familie sehr vermisst, aber es war eine unvergessliche Erfahrung für mich.
 
 
Eure Carina
 
 
Ps. Ich war nicht zu faul zum schreiben diesen Monat, ich hatte einfach keine Lust
Thanks to you Richard for spending so much time in your kitchen!
Korfusion ihr seid die Besten
und
meine Familie so wie so! Wink
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 (weiter)